reCYCLE- eine Tanzperformance der besonderen Art

October 03, 2017  •  Kommentar schreiben

Die Bühne des  Bürgerzentrums Groß-Bieberau verwandelte sich am 30. September 2017 zu einer Spielstätte des künstlerischen Tanzes.

Gym-art & dance, ein Synonym für die Choreographin Gardy Pasewald mit ihren Gruppen Imago der SG Ueberau und den Tänzerinnen des TGC Groß-Zimmern zeigten die abendfüllende Tanzperformance „recycle“. Die sonst durch ihre sportlichen Erfolge bekannten Formationen, Imago als amtierender Deutscher Meister im DTB Dance sowie die Deutschen Vizemeister Gymnastik und Tanz des TGC Groß-Zimmern, Ferentis und Kalliopé, stellten eindrucksvoll ihr tänzerisches Können in drei Akten dar.

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In artCYCLE veranlasst eine Installation, bestehend aus Altpapier, Metall- und Abflussrohren und weiteren Materialien die entsorgt werden, die Groß- Zimmerer Tänzerinnen sich mit ihnen zu bewegen oder Geräusche zu erzeugen. Mit viel Witz und Ironie werden Berge von Zeitungen hin- und hergeschoben, als fliegende Objekte benutzt, zu Kleidung umfunktioniert und gar als Musikinstrument inszeniert. Mit Abzugsschläuchen verbunden, winden und Knoten Arme, Beine und Körper der Tänzerinnen sich zu eigenartigen Gebilden. Rohre aus Metall, Kunststoff oder Pappe wirbeln und rollen in zirzensischer Manier umher. Im Laufe des 1. Aktes entsteht ein neues (Kunst-) Werk, bei dem die Zuschauer am Ende gefragt wurden:  „Excuse me, is this art – Ist das Kunst oder kann das weg.“

Eine neue Atmosphäre, ruhig und besinnlich, wurde im 2. Akt geschaffen. Recycle in seiner Übersetzung, wiederkehrender Zyklus, steht als Sinnbild für das Leben, unsere Umwelt. Unterstützt wurde das Thema durch eine sich immer wieder verändernde Bühnenkulisse aus Folienvorhängen sowie den Einsatz von Mülltüten und schwingenden Baufolien. Die 14 Tänzer und Tänzerinnen der Formation Imago schafften es eindrucksvoll nicht nur das Verpackungsmaterial sondern auch das Bewegungsmaterial in all seinen Facetten zu recyceln. Besonders hervorzuheben sind hier die drei Solistinnen Andrea Risi (Erde), Corinna Hampel (Luft) und Johanna Wind (Mensch), die ihre unterschiedlichen Rollen und Bewegungsthemen tänzerisch anspruchsvoll umsetzten.

Die Welt ist nicht schwarz oder weiß sondern das, was „wir daraus machen“, steht unter dem Titel des 3. Aktes, Upcycle. Mit der Sicht auf eine außergewöhnliche Konstruktion, einer schiefen Ebene mit Stoffbahnen bespannt, beginnt diese Performance. Die jüngste Tänzerin des Abends, Coline Klenk

Kommt anmutig über die Rampe der Konstruktion auf die Tanzfläche und gleichzeitig erscheint  auf der Leinwand ein bunter Schmetterling. Das folgende getanzte Wechselspiel von Gegensätzen wird durch eine Projektion von Bildern und Motiven von Natur und Umwelt unterstützt. Ein Feuerwerk an Eindrücken in schwarz und weiß prasselt auf den Zuschauer. Die Kulisse bietet Raum zum Verstecken, erscheinen, entkommen, herabgleiten. Löcher entstehen, Körper schwimmen im Wasser, Tänzerinnen Fliegen und verbinden, weben und knoten sich mit Stoffbahnen aneinander.

Am Ende versinkt die kleine Tänzerin in einem bunten Farbenspiel  in der Leinwand.

Mit diesem Bild endet die Veranstaltung und  die 350 Zuschauer hält es bei dem anschließenden Applaus nicht mehr auf den Sitzen. Mit stehender Ovation werden die 30 Mitwirkenden und ihre Choreografin Gardy Pasewald ihre beeindruckende Leistung entlohnt.

 

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